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Operationen

In der Vergangenheit wurden auch verschiedene operative Eingriffe bei Clusterkopfschmerzbetroffenen durchgeführt. Hier will ich, soweit mir das bekannt ist bzw. ich es recherchieren konnte, eine kurze Info über diese OP´s geben.

Da ich selbst mehrere Jahre ohne wirksame Medikamente war, weiß ich dass einem irgendwann alles egal ist - Hauptsache die Schmerzen hören auf. Allerdings sollte, meiner Meinung nach, eine OP wirklich nur in Erwägung gezogen werden wenn wirklich alle anderen Möglichkeiten der Medikation restlos ausgeschöpft sind.
Leider sind auch die Ergebnisse der verschiedenen Stimulationen nicht gerade erfolgsversprechend.
Wie bei den Medikamenten sieht man auch hier, dass jeder Clusterkopf verschieden ist und auch jeder verschieden auf die Stimulationen anspricht.
Eine 100%tige Erfolgsaussicht der Operationen kann hier kein Arzt versprechen und in Wahrheit liegen die Erfolgsquoten bedeutend niedriger, als sie in den Werbungen der einzelnen Hersteller angepriesen werden...






Tiefe Hirnstimulation - Deep brain stimulation (DBS)

Die tiefe Hirnstimulation oder auch Tiefenhirnstimulation wurde ursprünglich für die Behandlung von Bewegungsstörungen entwickelt. 1987 wurde diese Methode erstmalig zur Behandlung eines essentiellen Tremors (rhythmische, oszillierende Bewegungsstörung verschiedener Muskelgruppen) eingesetzt. 1993 erfolgte die erste Stimulation des Nucleus subthalamicus bei der Parkinson-Erkrankung.

Heute wird die OP vor allem bei der Parkinson-Krankheit, beim essentiellen Tremor, bei der Dystonie (Muskelverkrampfungen, Bewegungsstörungen, Fehlhaltungen verschiedener Muskelgruppen) und in Sonderfällen bei einem Tremor bei Multipler Sklerose und bei Sonderformen der Epilepsie eingesetzt.

Soweit mir bekannt ist wurden die ersten Operationen zur Behandlung von Clusterkopfschmerz 2003 in Mailand durchgeführt. Eine Ärztegruppe, geleitet von Dr. Massimo Leone, hatte hier insgesamt 16 Patienten operiert und, im Durchschnitt, 23 Monate beobachtet. Laut Aussage des Ärzteteams waren 13 der 16 Patienten nach dieser Zeit noch immer weitgehend, oder sogar komplett schmerzfrei. Bei den anderen 3 hätten sich die Schmerzen zumindest gebessert.

Nach den Erfolgen dieser und anderer Ärztegruppen wurde die Hirnstimulation in verschiedenen Kliniken weltweit und auch in Deutschland durchgeführt. Eine präzise Zusammenstellung der Erfolgsquote bei CKS habe ich allerdings nirgends finden können. Auch wird oft verschwiegen dass bereits ein Patient bei dieser OP verstarb.


Operativer Eingriff:

Bei der tiefen Hirnstimulation bei Clusterkopfschmerz soll die Aktivität des Hypothalamus mit elektrischen Impulsen dauerhaft beinflusst werden, was zu einer deutlichen Verbesserung der Symthome führen soll (der Hypothalamus wird ja oft für das Auslösen der Clusterattacken verantwortlich gemacht).
Um überhaupt operiert werden zu können müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden - zum Beispiel können nur Patienten mit einseitigem CKS operiert werden. Die "Voraussetzungen für die hypothalamische Tiefenhirnstimulation bei Patienten mit chronischen Clusterkopfschmerzen" der deutschen Migräne und Kopfschmerzgesellschaft aus dem Jahr 2005 liegt hier im PDF-Format vor.

Bei der OP müssen kleine Elektroden über ein Bohrloch in der Schädeldecke in den entsprechenden Bereich eingeführt werden. Angesteuert werden diese Elektroden durch einen Impulsgeber der, wie ein Herzschrittmacher, unter dem Schlüsselbein eingepflanzt wird. Die dünnen Verbindungskabel werden unter der Haut von den Elektroden zum Impulsgeber geführt. Über den Impulsgeber lassen sich später die Stimulationsparameter (Stromstärke und Frequenz) anpassen.
Soweit zur Theorie - in der Praxis ist die OP nicht ganz so simpel wie es oft beschrieben wird.
Zur Einbringung der Elektroden muss zuerst ein "stereotaktischer Rahmen" am Kopf angebracht werden. Das Wort Stereotaxie wird aus dem Griechischen hergeleitet und bedeutet übersetzt: "Definieren eines Punktes im dreidimensionalen Raum mittels mathematischer Prinzipien". Mit diesem Rahmen kann der gesuchte Bereich im Gehirn, mittels mathematischer Berechnungen, kalkuliert und anvisiert werden.
Danach erfolgt das Bohren in die Schädeldecke und das Einbringen der Elektroden. Die komplette OP wird lediglich unter örtlicher Betäubung durchgeführt, da vom Ärzteteam beim Einbringen bestimmte Reaktionen des Körpers vom Patienten abgefragt werden müssen.

Da ich eine Patientin persönlich kenne, an der dieser Eingriff erstmalig in Deutschland durchgeführt wurde, weiß ich, daß dieser Eingriff sicher nicht die von Boulevard-Zeitungen viel zitierte "Mini-OP" ist.

Aufgrund des persönlichen Kontaktes zu der Betroffenen, würde ich mich nicht zu dieser Operation entschließen. Allerdings fällt mir diese Aussage leicht, da ich meine Attacken mit den gängigen Medikamenten kupieren kann.
Bei meinen Recherchen im Internet habe ich nirgends dokumentierte Ergebnisse über Erfolgschancen finden können. Und was mache ich wenn die Stimulation nicht funktioniert? Oft liest man dass die OP wieder rückgängig gemacht werden kann - das simmt allerdings nur bedingt. In der ersten Woche nach der OP wird getestet ob die Attacken kupiert werden können. In dieser Zeit sind die Kabel noch nicht unter die Haut verlegt. Hat man keinen Erfolg erzielt, können in dieser Zeit die Elektroden wieder entfernt werden. Später ist dies nicht mehr möglich.
Auch Ärzte haben sich schon negativ geäußert und würden im Augenblick eher von dieser Operation abraten. Wie bereits gesagt - die Entscheidung für diesen Schritt muss jeder selbst machen...


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Okzipitale Nervenstimulation - Occipital nerve stimulation (ONS)

Eine Alternative zur tiefen Hirnstimulation könnte die elektrische Stimulation des "Nervus occipitalis major" (lat.: "großer Hinterhauptnerv") sein. Grundlage für dieses Operationsverfahren ist die Feststellung, dass bei einigen Patienten mit therapieresistentem Clusterkopfschmerz eine Blockade dieses Nervs mit Lokalanästhetika (örtliche Betäubung) zu tagelang anhaltender Besserungen führte.
Die ersten Publikationen zu diesem Thema wurden 2007 in Großbritannien und Belgien veröffentlicht. In England wurden 8 Patienten operiert, von denen 6 von einer deutlichen Besserung sprachen.

Die Wirkungsweise dieses Eingriffs ist ähnlich wie bei der Tiefenhirnstimulation, allerdings mit deutlich weniger Gefahren verbunden. Den Betroffenen werden Elektroden unter die Nackenhaut im Bereich des "Nervus occipitalis" implantiert. Das Neurostimulationsgerät (Steuergerät) wird im Brust- oder Bauchbereich eingepflanzt, die Verbindungskabel werden unter die Haut gelegt. Über eine Fernbedienung läßt sich das Gerät steuern und bei Bedarf einschalten.

Vorteil dieses Verfahrens ist das, im Vergleich zu Tiefenhirnstimulation, deutlich geringere Risiko. Allerdings gab es auch bei dieser OP schon Komplikationen wie Z.B.: verrutschte Elektroden und Narbenschmerzen. Auch muß in gewissen Abständen die Batterie des Steuergerätes ausgewechselt werden. Das Auswechseln geschieht allerdings in größeren Abständen als bei der Tiefenhirnstimulation, da hier generell nur bei Attacken stimuliert wird (bei der "DBS" wird oft im Dauerbetrieb stimuliert). Auch gibt es inzwischen wiederaufladbare Schrittmacher. Man kann also bei der Erstimplantation ein Einmalgerät verwenden und dann, im Erfolgsfall, nach ca. 2 Jahren ein wiederaufladbares Gerät einsetzen.
Im ungünstigsten Fall kann die Operation, im Gegensatz zur "DBS", wieder rückgängig gemacht werden (zumindest in der Zeit bis die implantierten Kabel mit der Haut verwachsen sind), was ich als riesen Vorteil sehe.

Genaue Zahlen über die Wirksamkeit dieses Eingriffs liegen nicht vor, bzw. wurden bisher zu wenig Betroffene operiert. Es konnte festgestellt werden, dass es teilweise 2 Monate dauern kann bis ein therapeutischer Effekt eintritt, was sich zur Zeit nicht wirklich erklären läßt. Auch ist es nicht gesagt dass die Attacken komplett verschwinden und es müssen weiterhin zusätztliche Medikamente zur Prophylaxe eingenommen werden.

Den Verlauf einer ONS-OP in Österreich hat Alex in meinem Forum unter "Operationen" dokumentiert.

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Rückenmarkstimulation - Spinal cord stimulation (SCS)

Eine Operationsverfahren bei CKS-Patienten ist die Rückenmarkstimulation ("Spinal cord stimulation")
Die Operationsmethode ist prinzipiell gleich wie die der "ONS", nur werden die Elektroden hier innerhalb des Spinalkanals, also des Wirbelkanals, aber ausserhalb des Rückenmarks und ausserhalb der derben Schutzhaut, der Dura, implantiert. Die Elektroden liegen damit auf oder am Rückenmark und an den seitlichen austretenden Spinalennerven. Der Vorteil gegenüber ONS kann sein, dass mehr Nervenwurzeln stimuliert werden, also z.B. C1, C2 und C3, während der Okzipitalnerv nur aus der Wurzel C2 stammt.
Nach meinen Erkentnissen wird diese OP zur Zeit (Stand 21.04.2008) in Deutschland nur im Schmerzzentrum des Uniklinikums Freiburg durchgeführt. Hier wird auch von den entsprechenden Ärzten/Ärzteteams festgelegt, ob die "okzipitale Nervenstimulation" oder die "Rückenmarkstimulation" für den jeweiligen Patienten besser geeignet ist.
Die SCS wurde, zu diesem Zeitpunkt, bei mehreren Patienten mit verschiedensten Schmerzsyndromen erfolgreich durchgeführt, allerdings waren hier lediglich 2 CKS-Betroffene dabei. Laut Prof. Dr. Kaube erzielte man bei diesen Beiden gute Ergebnisse mit einem unmittelbar spürbaren Effekt.

Ein großer Vorteil dieses Verfahrens ist die sofortige Wirksamkeit des Eingriffs. Auch wird zur Zeit von einem deutlichen Rückgang der Attackenfrequenz und der damit verbundenen Medikamenteneinnahme berichtet. Ob diese OP eine wirkliche Alternative sein kann wird die Zukunft zeigen...

Weitere Infos über die Vorgehensweise bei der SCS-Operation am Beispiel von Annete findet ihr in meinem Forum unter "Operationen."

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SPG-Stimulationstherapie - Ganglion Stimulation

Seit 2013 wird die "Ganglion Stimulation" beworben.
Ähnlich wie bei der "ONS" und "SCS" wird auch hier auch eine Stimulationselektrode implantiert. Allerdings sitzt diese Elektrode nicht an der Wirbelsäule, sondern im Oberkiefer. Mit einem externen Stimulator, der einfach bei Beginn einer Attacke auf die/den Backe/Oberkiefer gehalten wird, kann somit das "Ganglion sphenopalatinum - Nervenbündel" stimuliert werden.

Über dieses Operationsverfahren liegen mir persönlich keinerlei Ergebnisse von mir bekannten CKS-Patienten vor.
Weitere Infos kann man auf www.cktherapie.de bekommen.

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